Geistiges Heilen Seminare und Workshops

von Heilerin Burga Hencken bei Bremerhaven

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Organspende - Gottesdienst in Bremerhaven

Juni 10th, 2010 · Keine Kommentare

Gottesdienst in der Herz Jesu Kirche in Bremerhaven
09.Juni 2010 um 19:30 Uhr
„Organspende schenkt leben“

Ziel dieses Gottesdienstes war die Aufklärung über die Organspende. Es wurde aber auch an Empfänger und an die Spender gedacht und auch die Menschen wurden mit einbezogen, die trotz Organspende leider verstorben sind .

Was mich sehr betroffen gemacht hat, war die Aussage, dass heute noch in Krankenhäusern aus Bequemlichkeit, Organspenderausweise ignoriert werden, weil es einfach zu viel Arbeit macht und die Zeit dafür fehlt. Ich konnte es gar nicht fassen, dass dies tatsächlich häufiger der Fall ist, als man denkt.

Wichtig finde ich, dass sehr klar die Botschaft übermittelt wurde, sich über die Organspende Gedanken zu machen, sich zu informieren und Entscheidungen zu treffen. Egal wie die Entscheidung ausfällt.

Drei auf unterschiedliche Art Betroffene, zu denen unter anderem auch ich gehörte, haben über ihren Weg berichtet.
Ein Herr aus Bremen erzählte über seine Lebertransplantation, darüber wie dankbar er für dieses Geschenk ist und wie sehr seine Krankheit und die Organtransplantation sein Leben verändert haben.

Die zweite Person, war eine Dame, die über ihre Erfahrungen mit ihrem Mann berichtete. Leider war sie selbst erkrankt und deshalb wurde der Bericht vorgelesen. Auch dieser Bericht hat bewegt. Leider endete diese Organtransplantation nicht so glücklich. So wie ich es verstanden habe, trat später eine Infektion auf, die letzten Endes dann doch zum Tod des Patienten führte. Allerdings hatten die Frau und ihr Mann noch eine sehr schöne, wenn auch kurze Zeit für sich zur Verfügung.

Was mich sehr bewegt hat, ist wie sehr sich doch die Lebensumstände der Organempfänger ändern. Auch für sie bedeutet es eine große Umstellung und viele Einschränkungen im Leben, die sie aber mit großer Bereitschaft für sich annehmen und leben.

Während dieser Vorträge wuchs in mir die Anspannung. Obwohl es mir im Grunde leicht fällt vor Menschen zu sprechen, so war ich hier persönlich betroffen und viele Emotionen und Bilder kehrten zurück. Zwischendurch habe ich mich wirklich gefragt, ob ich mir nicht doch zu viel zugemutet habe. Schließlich stand ich dort vorne, vor dem Mikrofon. Einmal tief Luft geholt …

Ich spürte in der Kirche eine sehr starke Spannung, es war unglaublich still, man hatte fast den Eindruck, dass sich keiner traut überhaupt Luft zu holen. Ich sah in die Gesichter dieser Menschen und in ihre Augen und ich durfte wieder einmal erleben, dass es etwas wie Mitfühlen gibt. Unsere Welt ist sicher nicht so schlecht, wie viele denken. :-)

Das anschließende Feedback bestätigte mich in meinen Gefühlen und Gedanken.

Ich freue mich darüber, dass die Kirchen langsam offener werden. Bereit sind Altes zu verändern und auch einmal Neues auszuprobieren. Sicher wird dies in der Zukunft vielleicht auch wieder ein Umdenken bei den Menschen auslösen und der Eine oder Andere wird in die Kirche zurückkehren. Doch bis dahin ist es aber wohl noch ein langer Weg.

Fakt ist, dass es wichtig ist, dass wir alle uns mit der Organspende auseinandersetzen und zwar schon zu Lebzeiten. Ich jedenfalls möchte meinen Angehörigen nicht zumuten diese Entscheidung treffen zu müssen und so habe ich ihnen bereits mitgeteilt, was mein Wunsch ist, sollte es jemals zu dieser Situation kommen.

Hier mein Text, den ich in der Kirche vorgelesen habe:

Im April 2003 wurden wir vor eine der schwersten Aufgaben unseres Lebens gestellt. Unsere Tochter Lea hatte einen Unfall. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wurde irgendwann klar, dass unsere Tochter sterben wird. Ihr Gehirn hatte großen Schaden erlitten . Lea wurde nur drei Jahre alt.

Die Tage auf der Intensivstation waren schlimm. Sehr schlimm. Zwischen hoffen und bangen, beten und sogar ja, mit Gott um ihr Leben zu feilschen, fuhren unsere Gefühle Achterbahn.

In dieser Zeit wurden wir von einem Seelsorger begleitet, der uns einfühlsam darauf vorbereitet hat, dass die Frage der Organspende auf uns zu kommen wird. So konnten wir uns mit unseren Gefühlen auseinandersetzen und wir waren darauf vorbereitet, als die Frage der Ärzte auf uns zu kam.

Unser Wunsch ist es, dass alle Angehörigen auf eine so einfühlsame Weise auf diese Frage vorbereitet werden. Leider ist dies nicht immer der Fall, was uns der Austausch mit anderen Betroffenen gezeigt hat.

Wir haben uns vorher nie mit dem Gedanken der Organspende auseinandergesetzt. Obwohl der Tod in unserer Familie ein großes Thema war, dachten wir nie daran, dass es uns einmal so nah gehen würde. Das eines unserer Kinder sterben könnte erschien uns nicht möglich, es war gegen die Natur, also wurde dieser Gedanke verdrängt.

Damals dachten wir wie viele andere: So etwas geschieht uns nicht!

Heute wissen wir, dass sich alles blitzschnell verändern kann. Das Leben kann von heute auf Morgen vorbei oder völlig anders sein.

Jetzt waren wir in der Situation. Wir mussten uns Gedanken um eine Organspende machen.

48 Stunden lang, haben mein Mann und ich uns damit beschäftigt und dabei begleitete uns die Frage, die uns mit auf den Weg gegeben worden war.

Werden wir mit der Entscheidung, die wir treffen, ganz gleich wie sie ausfällt weiter leben können?

Unter diesem Aspekt entschieden wir uns ganz bewusst dafür nur ein ganz bestimmtes Organ unseres Kindes freizugeben.
Es war eine schwere Entscheidung für uns, aus dem Grund, weil wir nicht wussten, ob unsere Entscheidung von unserer Tochter mit getragen wurde. Leider konnten wir ja auch vorher nicht mit ihr darüber sprechen. Sie war ja noch viel zu klein und der Tod unseres Kindes war für uns kein Thema.

Wir haben diesen Entschluss nicht bereut. Wir hatten das Glück im Unglück, dass wir die Zeit hatten, darüber nachzudenken. Es waren 48 Stunden, Zeit, die sich später für uns als sehr wertvoll herausstellte. Diese Zeit hat uns dabei geholfen unsere Entscheidung mit dem Herzen und dem Verstand zu treffen und zwar genau so, dass wir mit dieser Entscheidung weiter leben konnten und diese auch wieder treffen würden.

So Gott will müssen wir das aber hoffentlich nie wieder!

Unser Weg muss nicht Ihr Weg sein, machen Sie sich aber bitte ihre ganz eigenen Gedanken über die Organspende und teilen Sie Ihre Entscheidung Ihren Angehörigen mit. Ganz egal wie Sie ausfällt.
Sie nehmen Ihren Angehörigen eine große Last von den Schultern.

Vielleicht stellen sich viele von Ihnen auch die Frage, ob man in dieser Situation Dankbarkeit erwartet?
Dankbarkeit hat viele Möglichkeiten sich auszudrücken
.
Vor kurzem war ich bei einem Gottesdienst, das Thema war Dankbarkeit und dort wurde folgende Geschichte erzählt:
Es waren einmal zwei Kinder, ungefähr im gleichen Alter. Das eine Kind war sehr krank und das andere Kind starb ganz plötzlich durch einen Unfall. Das kranke Kind erhielt die Niere des Anderen und während es langsam wieder gesund wurde, wuchs in ihm die Frage, wie es sich wohl dafür bedanken könnte. Denn ihm war klar, dass es die Niere nur erhalten hatte, weil ein anderer Mensch gestorben war. Doch wie soll man sich bedanken, wenn man sich gar nicht kennt?
Das Kind mit der Spenderniere entschied sich dafür auf Gott zu vertrauen und als es wieder völlig gesund war, schickte dieses Kind eine Flaschenpost auf die Reise, in der es seine Dankbarkeit äußerte. Es war sich sicher, dass die Flaschenpost Ihr Ziel erreichen wird.
Zeitgleich dachte die Mutter des verstorbenen Kindes darüber nach, wie es wohl dem Menschenkind mit der Spendernier geht und sie entschied sich dafür auf Gott zu vertrauen. Eines Tages würde sie ihr Zeichen bekommen.

Und so vertrauen auch wir darauf, auf unser Zeichen.

Ich habe darüber nachgedacht, was ich erwarte …

Mein einziger Wunsch ist, dass das Geschenk, welches meine Tochter hinterlassen hat, nicht umsonst gewesen ist.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

Gott schütze Sie

Jetzt danke ich für Eure Aufmerksamkeit und dafür, dass Ihr bei diesem so langen Text bis zum Schluss durchgehalten habt :-)

Sicher werden Euch jetzt viele Gedanken durch den Kopf gehen und ich wünsche Euch, dass Ihr eine Entscheidung für Euch, mit dem Herzen und dem Verstand treffen könnt.

Niemand wird für seine Entscheidung verurteilt. Ob Organspende oder nicht, ich bin mir sicher,
ein jeder von Euch wird für sich die Richtige Entscheidung treffen.

copyright Burga Hencken, Juni 2010

Tags: Etwas zum nachdenken

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